Birding and Bird Photography Blog by Leander Khil

Tag: mountains

Winter in the Middle Atlas

The Middle Atlas is the northernmost of the three Atlas Mountains chains, stretching over 350 km in the northwest of Morocco 1. We crossed the range on our way from Fez to Zeida, stopping in the mountain village Azrou, in the heart of the Middle Atlas mountains. Primarily adjusted for mild temperatures – which we largely failed to witness on this trip – we were quite astonished to find a North African winter wonderland of the finest sort: vast, beautiful, wild landscape, covered in snow. If we hadn’t come to find some birds, I bet we would have gotten stuck in this fascinating place for a longer time.

In the Atlas Cedar (Cedrus atlantica) forest “Cèdre Gouraud”, we were looking for Levaillant’s Woodpecker (Picus vaillantii), a recently split species, closely related to European Green Woodpecker (Picus viridis) and endemic to the Maghreb countries Morocco, Algeria and Tunisia 2.
A nice bonus on this route was a stop at a local troop of around 30 Barbary Macaques (Macaca sylvanus) – photos to come soon.

  1. http://en.wikipedia.org/wiki/Middle_Atlas
  2. Svensson, L., Mullarney, K., & Zetterström, D. (2009): Collins Bird Guide, 2nd Edition, Collins

Eine Woche österreichisches Intensiv-Birding

Dank Freizeit und Motorisierung (danke Chri!!) konnte ich die vergangene Woche zu nahezu 100% der Vogelbeobachtung und -fotografie in Österreich widmen.
Am 6.9. drehte ich eine Runde durch das südoststeirische Lafnitztal. An den Schotterteichen Großwilfersdorf sah ich den Rallenreiher, der schon seit mehreren Wochen in dieser Gegend unterwegs ist. Im selben Gebiet fand ich drei juvenile Purpurreiher, eine juvenile Zwergdommel, einen Moorerpel u.a.
An den Königsdorfer Teichen waren drei weitere Moorenten (1,2) und ein Dunkler Wasserläufer zu sehen. In der Hoffnung, vielleicht eine Doppelschnepfe finden zu können, besuchte ich auch das Entlastungsgerinne Heiligenkreuz. Rund 25 Bekassinen waren vielversprechend, die erhoffte Rarität blieb aber leider aus.

Den Beginn der Seltenheiten-Woche machten am 7.9. vier juvenile Mornellregenpfeifer am Hochwechsel (1740m) an der steirisch-niederösterreichischen Grenze, die W. Trimmel dort am 4.9. entdeckt hatte.
Die Begegnung mit dieser wunderbaren Art war, wie Andi es treffend bezeichnete, ein “magic moment”. Die Vögel kamen nahrungssuchend, ganz von selbst auf bis zu 5 m an uns heran und ließen dabei ihre leise flötend-trillernden Kontakrufe hören. In den folgenden Tagen erhöhte sich die Zahl der Mornells am selben Ort auf bis zu 7 Ind.
Weitere Beobachtungen am Hochwechsel umfassten u.a. eine Rohrweihe, die sich mühevoll auf den Grat kämpfte, zwei Wespenbussarde, einen juvenilen Habicht, einen Baumfalken und diverse ziehende Kleinvögel wie Feldlerchen, Braunkehlchen und Hausrotschwänze.

Auf der Heimfahrt vom erfolgreichen Ausflug ins Gebirge entdeckte Andi Tiefenbach in der Entlastungsrinne Heiligenkreuz dann die prognostizierte Doppelschnepfe, die wir uns am nächsten Tag gemeinsam ansahen. Außerdem waren in der teilweise überschwemmten Wiese ca. 30 Bekassinen, ein Tüpfelsumpfhuhn u.a. zu finden.

Doppelschnepfe / Great Snipe
Den Nachmittag verbrachten wir im südburgenländischen Stremtal und erlebten einen hervorragenden Greifvogelzug! Mäusebussarde und Turmfalken zogen massenhaft über das Tal. Höhepunkte waren ein unbestimmer Schrei-/Schell-/Kaiseradler den wir für eine Artbestimmung leider zu kurz und nur schlecht sehen konnten, ein immaturer Seeadler und etwa 10 ziehende Rohrweihen. Die Überraschung des Tages waren mind. 46 Kolkraben, die gemeinsam in den Aufwinden spielten und ganz offenbar im Gebiet ansässig sind. Im Flachland des Südburgenlandes konnte ich in den letzten Jahren, besonders in Wintermonaten zwar vermehrt Kolkraben sehen, diese Zahl überraschte aber!

Rohrweihe / Marsh Harrier
Den 9.9. nutzte ich für eine Runde zu den südsteirischen Teichen und fand eine bereits recht bunte Artenpalette vor (Trauerseeschwalbe, Steinschmätzer, 9 Entenarten, Grünschenkel etc.). Die Überraschung dieses Tages war ein Trupp von 17 Moorenten am Weinburgerteich. Eine für die Steiermark beachtliche Anzahl!
Am Stausee Gralla sind u.a. der männliche Hybrid Moor- x Tafelente (heuer in seinem dritten Jahr) und die “intersexuelle” Stockente (bereits im sechsten Jahr) zurück.

Moorente / Ferruginous Duck Stockente / Mallard

Das Wochenende 10./11.9. wollte ich nutzen, um eine der letzten heimischen Brutvogelarten zu suchen, die ich bis jetzt nicht in Österreich gesehen habe. Ein Ausflug zum Red Bull Dolomitenmann nach Osttirol, an dem mein Bruder als Paragleiter teilnahm, ließ sich hervorragend mit einer Wanderung auf das Figerhorn, von dem ein Vorkommen des Steinhuhns bekannt ist, verbinden. Bei der abendlichen Suche am 10.9. konnte ich in der Geröllhalde westlich des Lucknerhauses immerhin einige, nicht sehr alte Steinhuhn-Losungen finden. Leider war aber auch die Kontrolle in der Morgendämmerung des 11.9. nicht von Erfolg gekrönt und ich konnte kein Steinhuhn hören oder sehen. Interessante Beobachtungen auf dieser Höhe (~2400 m) waren aber allemal zu machen: Ziehende Ringdrosseln, Braunkehlchen, Steinschmätzer, Mehlschwalben, Mäusebussarde und ansässige Gebirgsarten wie Birkhuhn, Schneefink und Steinadler. Bei einer Schutzhütte, fernab jeder baumähnlichen Vegetation, konnte ich eine Waldohreulen-Handschwinge finden. Überraschende Säugetier-Beobachtungen waren u.a. ein Fuchs auf 2700 m und ein Mauswiesel auf 2300 m. Für Informationen und Kontakte danke ich M. Wirtitsch, M. Tiefenbach, C. Roland und insbesondere F. Hafner! Danke auch an Flo und Chaplin für die Berg-Begleitung.

Nach den Anstrengungen der letzten Tage, Schlafmangel inklusive, hätte mir zwar ein Tag Pause gut getan. Ich musste die Chance aber nutzen, zwei Arten zu twitchen (wikipedia: “Twitch, in birdwatching, to pursue and observe a rare bird”), die ich in Österreich bisher nicht beobachten konnte. So machte ich mich wieder um 4 Uhr morgens auf den Weg, diesmal in den Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel. Im ersten Licht am Oberstinkersee konnte ich nach wenigen Minuten den juvenilen Graubruststrandläufer ausmachen, der hier schon seit einigen Tagen anwesend war und die Gesellschaft eines Sandregenpfeifer-Trupps gegenüber den vielen anwesenden Kampfläufern, Alpen- und Zwergstrandläufern und Dunklen Wasserläufern vorzog. Der Tag im Seewinkel brachte zudem schöne Beobachtungen von Teichwasserläufer, Sakerfalke und unter den beeindruckenden Limikolen-Schwärmen Knutt, Steinwälzer, Sanderling u.v.m. Auf der Heimfahrt legte ich einen Stop in Rust am Westufer des Sees ein und beobachtete das am Vortag von G. Wöss u.a. entdeckte, juvenile Odinshühnchen auf der Storchenwiese.

Planneralm

Ein paar gemischt-zoologische Aufnahmen von der steirischen Planneralm. Überraschende Beobachtungen waren ein Waldwasserläufer auf 1900m und ein weiblicher Bluthänfling auf 1700m (beide 12.7.), sowie eine juvenile Mittelmeermöwe, die nach einem Schlechtwettereinbruch zumindest von 14.-16.7. im Ort Planneralm, auf 1700m rastete!

Hochalpiner Sommerbeginn

Eine Kartierung führte mich zum Sommerbeginn, trotz des bevorstehenden, prüfungsreichen Semesterendes, gottseidank endlich wieder hinaus.
Für drei Tage hatte ich das Vergnügen, die Vogelwelt am Stubaier Gletscher unter die Lupe zu nehmen. Das Untersuchungsgebiet lag durchwegs in hochalpinem Gelände,  zwischen 2700 und 3000 Meter Seehöhe.
Ganz oberflächlich betrachtet könnte man in dieser Höhe von einer faunistischen Todeszone sprechen – und auch auf den zweiten und dritten Blick bleibt der Artenreichtum – besonders unter den Vögeln – sehr bescheiden. Alpenbraunelle, Schneefink und Alpendohle sind die hartgesottenen Spezialisten, die auch noch um die 3000er Marke dieser Tage ihre Jungen groß ziehen und auf dieser Exkursion durchwegs gut zu sehen waren. Geradezu rekordverdächtig zeigten sich auf 2700 Meter je eine Bach- und eine Gebirgsstelze.

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