22.08.2010, 17:53
Am 31. Juli 2010 tat ich mir zum zweiten Mal in meinem Leben an, was ich nie wieder tun wollte: Einen Tagesausflug nach Helgoland, auf Deutschlands einzige “Hochseeinsel”. Bei so einer Unternehmung hat man, nach der dreistündigen Schiffahrt, maximal drei bis vier Stunden auf der weltberühmten Vogelinsel, bevor es über die, im Vergleich zum Wattenmeer wesentlich rauere See, wieder zurück geht (Kotztüten alias “Spuckbeutel” werden auf dem Schiff routinemäßig ausgegeben).
In dieser Zeit kann man nicht mehr, als über die Insel stressen, die “Sehenswürdigkeiten” am Lummenfelsen abklappern und hoffen, dass sich vielleicht etwas Besonderes in den Büschen zeigt. Mindestens zwei Übernachtungen sind für Helgoland-Besuche eigentlich ein Muss!
Nie wieder wollte ich mir so wenig Zeit für die, zwar von Touristen im schlimmsten Maße überlaufene, aber ornithologisch schwer beeindruckende Insel nehmen. Als mich meine Eltern am Arbeitsplatz in Nordfriesland besuchten, war aber leider nicht zu mehr Zeit.
Dennoch zufrieden war ich, da ich mir zum ersten Mal die Kegelrobben und Seehunde auf der “Düne”, der vorgelagerten Badeinsel, ansehen konnte. Das Wetter war nicht gut und die Farben somit nicht sehr lebhaft – deshalb habe ich mich entschieden, die Fotos in schwarz/weiß zu präsentieren.
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13.07.2010, 18:20
Am 5. Juli wurde ich Zeuge eines schönen Schauspiels. Vor meinem Wohnzimmerfenster auf der Hamburger Hallig kam abends die Austernfischer-Familie von Nest 7, mit ihren drei 19 Tage alten Küken, aus der Salzwiese unter dem Stacheldraht durchgeschlüpft und begann die Warft, auf der sich auch gerade einige Schafe eingefunden hatten, zu erkunden.
Während ich den Familienausflug beobachtete, gerieten zwei der drei Küken immer wieder aneinander. Üblicherweise sind diese Familienverbände scheu, die Altvögel alarmieren sofort, wenn sich ein Mensch nähert, die Küken suchen dann das Weite und verstecken sich in höherer Vegetation. Ich habe schon öfters versucht, Küken aus dem Fenster zu fotografieren, bin aber nie zu einem guten Resultat gekommen. Als der Streit zwischen den beiden Jungvögeln aber immer handfester wurde, öffnete ich das Fenster und stieg, nachdem sich die Position als suboptimal herausstellte, vorsichtig in den Vorgarten hinaus. Die Altvögel begannen sofort mit Alarmgeschrei und flogen aufgescheucht umher. Die Jungen waren aber so auf ihre Reiberei konzentriert, dass sie mir keine Beachtung schenkten. Das dritte Küken war sofort auf und davon. Ich konnte ungestört den Streit fotografieren, bis die Küken taumelnd wieder weiter Richtung Stacheldraht gerieten und alles Weitere in die hohe Salzwiese verlegten.
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7.07.2010, 22:39
Von 24.-27. Juli 2010 hatte ich die seltene Gelegenheit, mit Ulrich Knief und Matthias Haupt die, zur Brutzeit eigentlich gesperrte, Seeschwalben-Hallig Norderoog zu besuchen.
Ziele des Aufenthalts waren in erster Linie die Beringung von Jungvögeln und Ablesung von Ringen in der aktuell einzigen Brandseeschwalben-Kolonie Schleswig-Holsteins.
Die Hallig Norderoog, die zweitkleinste der Halligen, liegt wenige Kilometer südwestlich der Hallig Hooge, von wo aus man sie in etwa einer Stunde durchs Watt erreichen kann. Wattwanderungen nach Norderoog sind allerdings nur in einem bestimmten Zeitfenster, nach der Brutzeit und unter Begleitung eines Wattführers erlaubt.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts stand eine bewohnte Warft auf Norderoog, die aber im Zuge der stetigen Flächenabnahme (von 23 ha Fläche 1873 sind heute noch etwa 10 ha übrig) und nach mehreren zerstörerischen Sturmfluten aufgegeben wurde. Von da an existierte nur mehr ein sturmflutsicherer Pfahlbau, an der Stelle wo auch heute noch die Vogelwärterhütten stehen.
1909 kaufte der Verein Jordsand die Hallig Norderoog und betreut sie bis heute. In diesem Jahr nahm auch der Vogelwart Jens Sörensen Wand seine Arbeit auf, um dessen Person sich ein kleiner Mythos entwickelt hat. Wand lebte, mit Unterbrechungen, fast 40 Jahre während der Sommermonate auf Norderoog und verdiente sich so den Titel „Vogelkönig“. 1950 verunglückte er 75-jährig im Watt zwischen Hooge und Norderoog.
Bekannt ist Norderoog seit jeher für seine große Brandseeschwalbenkolonie. Sie umfasst 2010 etwa 1800 Brutpaare (Höchststand 5.500 BP, 1915; Naumann schrieb 1819 wohlgemerkt von 250.000 Paaren). Die nächsthäufigsten Brutvögel sind Lachmöwe, Austernfischer, Küsten- und Flussseeschwalbe.
Ulrich Knief, ehemaliger Zivildiener auf Norderoog, beschäftigt sich seit 2007 intensiv mit der Brandseeschwalbenkolonie und beringte bis heute über 1400 Jungvögel. Es existieren bereits einige Wiederfunde von auf Norderoog beringten Vögeln von den Küsten von Nord- und Ostsee, Atlantik und Mittelmeer, sowie aus Nord- und Westafrika (siehe Karte). Auf Norderoog wurden bisher weit über 100 beringte Brandseeschwalben aus vielen Küstenstaaten Europas bzw. aus Südafrika abgelesen. weiterlesen… »
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18.06.2010, 20:49
Der Austernfischer Haematopus ostralegus ist als Charakterart aus dem Wattenmeer nicht wegzudenken und als häufigste Brutvogelart 2010 auf der Hamburger Hallig, auch nach einem Bestandseinbruch im letzten Jahr, omnipräsent (2009: 470 BP, 2008: 916 BP; Quelle: NABU).
Julia Vasbender und Henning Volmer von der Universität Kiel beschäftigen sich im Rahmen ihrer Diplom- bzw. Bachelorarbeiten mit verschiedenen Aspekten rund um das Brutgeschehen der Art und sind daher ständige Gäste auf der Hallig.
Bis heute wurden 65 Nester markiert, deren Bruterfolg überwacht wird. Um Einschränkungen durch Befestigungen der Halligkante zu untersuchen, werden auch 16 Jungvögel mit Mikrosendern bestückt und per Radio-Telemetrie verfolgt.
Die Fotos zeigen Einblicke in die Arbeiten der letzten Wochen und in das Leben der „Halligstörche“, wie Austernfischer an der Westküste Schleswig-Holsteins genannt werden.
7.06.2010, 16:00
Anfang Juni hatte ich die Möglichkeit, an einem Seehund-Zählflug über den Nationalpark Schleswig-Holsteinsches Wattenmeer teilzunehmen.
Vom Flugplatz Schachtholm-Rendsburg überflogen wir bei Ebbe viereinhalb Stunden lang bekannte und potentielle Seehundbänke des Nationalparks und zählten Alt- und Jungtiere. Beeindruckend waren neben den tausenden Seehunden und der atemberaubenden, endlos weiten Landschaft auch die, bereits um diese frühe Jahreszeit, großen Schwärme von Brandgänsen und Eiderenten im Wattenmeer.
Herzlichen Dank an Kai Abt und Thomas Borchardt, die mir dieses Erlebnis ermöglichten!
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28.05.2010, 11:28
Seit Mitte Mai bin ich im Dienst des Nationalparks Wattenmeer auf der Hamburger Hallig (Schleswig-Holstein) zuhause.
Die Hamburger Hallig ist eine nicht eingedeichte Halbinsel, die sich von der Küstenlinie der Nordsee, etwa auf Höhe der Ortschaft Bredstedt, ca. 5 km nach Westen ins Meer erstreckt. Der riesige Salzwiesenkomplex gehört zu den größten derartigen in ganz Europa und ist deshalb von unschätzbarer ökologischer Bedeutung. Die ursprünglich intensive Beweidung mit Schafen wurde bereits stark reduziert.
In meinem kleinen, reetgedeckten Haus bin ich der einzige Bewohner der Halbinsel, das Gasthaus gegenüber wird tagsüber bewirtschaftet und je nach Wetterlage gut besucht. Die Wattwerkstatt, ein kleines Besucherzentrum des Nationalparks, welches ich betreue, ist das dritte Gebäude auf der Hauptwarft. So heißt der Hügel, auf dem die Häuser zum Schutz vor Sturmfluten stehen.
Der harte, vergangene Winter ist hier noch spürbar. Bis jetzt treiben sich einige späte Ringelgänse, wenige hundert Knutts und Pfuhlschnepfen im Watt herum. Auf den Schlickflächen sind unzählige Muscheln Opfer der Kälte geworden. Das Brutgeschehen ist stark verzögert: Watvögel, Möwen und Seeschwalben legen Großteils erst jetzt ihre Eier, Jungvögel gibt es heute (26. Mai) auf der Hallig noch keine zu sehen. Alleinige Vorreiterin ist ein Amselweibchen, das ohne Männchen zwei Jungvögel erfolgreich großgezogen hat, die tagsüber hier um die Häuser ziehen.
Bevor ich mich in Worten verliere.. Fotos.
28.04.2010, 14:56
Seit 2008 brütet ein Paar der Mittelmeermöwe (Larus michahellis) in der Grazer Altstadt. Das Weibchen sitzt bereits wieder am Nest und man darf auf weiteren Nachwuchs (2008: 2 Junge; 2009: 3 Junge) hoffen! Vorwiegend brütet diese Art, dem Namen entsprechend, um das Mittelmeer und an Teilen der Schwarzmeer- und Atlantikküste. In Österreich ist sie ein seltener Brutvogel mit sehr wenigen, kleinen, über das Land verstreuten Vorkommen. Das Brutpaar in Graz ist das einzige in der Steiermark.
Nahrung finden die Grazer Möwen entlang der Mur, sie wurden südwärts schon bis Gralla und nach Norden bis Frohnleiten gesehen (Aktionsradius von ~25km). Dass es sich dabei zweifelsfrei um die und nicht um andere, durchziehende Möwen handelt, lässt sich anhand des Fußringes eines der Vögel erkennen. Das Möwen-Männchen ist Italiener: Es wurde 2001 auf einem Hausdach in Triest erbrütet, von Ornithologen beringt und trägt seither einen leichten roten Plastik-Fußring mit der weißen Aufschrift “I6CV” (siehe Fotos). weiterlesen… »
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27.04.2010, 10:51
Am Sonntag (25.4.) hatte ich die Möglichkeit, den letzten Tag der BirdExperience 2010, der ersten österreichischen “Birdwatching Fair”, im Seewinkel zu besuchen. Der Besuch des Nationalpark-Infozentrums war besonders aufgrund der zahlreich vertretenen Top-Optik-Ausrüster (Swarovski, Zeiss, Leica, Kowa, Nikon, Canon u.a.) und der sich bietenden Vergleichs-Möglichkeiten, sehr lohnend.
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13.04.2010, 12:34
Ein mir wenig bekanntes, aber wie sich herausstellte sehr lohnenswertes Ziel, besuchte ich mit meinem Vater über die Osterfeiertage.
Das “Riserva Naturale Foce dell’Isonzo”, die Mündung des Isonzo in die Nordadria, ist von Ostösterreich nur unwesentlich weiter entfernt, oder sogar näher als so manches beliebteres Ziel für Vogelkundler – überzeugt aber durch beeindruckende Details.
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14.03.2010, 22:44
Den Februar verbrachte ich im Paradies der Artenvielfalt, Costa Rica. Es wird noch einige Zeit dauern, bis ich alle Fotos gesichtet habe und einen größeren Teil davon zeigen, bzw. einen Reisebericht schreiben kann. Mit dem Quetzal (Pharomachrus mocinno), dem Traumvogel vieler Ornithologen und Gottheit der Azteken und 20 weiteren Fotos aus der Region San Gerardo de Dota, gebe ich einen nur sehr kleinen Vorgeschmack.
Ich bedanke mich bei allen Reiseteilnehmern, insbesondere Exkursionsleiter Gernot Kunz, für eine großartige, schöne und erfolgreiche Reise!
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