Birding and Bird Photography Blog by Leander Khil

Tag: intersexuell

Back to North Frisia: Föhr

After an eventul time in North Africa, I settled down in Europe again (in full posession of my optical and photography equipment!). Not back home in Austria, but in the German Wadden Sea (again after 2010) – a fascinating region of outstanding importance for millions of birds.
This time, I’m on the calm island of Föhr, the second largest of the German islands in the North Sea. I’m working for Schutzstation Wattenmeer, monitoring breeding and migrating birds, geese and daytime migration as part of a survey on an on-shore wind power project on the island.
Spring is slowly returning also here in the Wadden Sea, with swallows, Willow Warblers and Bluethroats arriving from the winter quarters. Many wintering species, such as Rough-legged Buzzard and Redwing are still present on the island and the migration of species breeding in the arctic such as Brent Goose (among them also a few of the Greenlandic subspecies hrota), Bar-tailed Godwit, Dunlin and Red Knot is in full swing – with thousands of birds coming to high tide roosts.
I’m out in the field most of the time and currently, there’s not much time left for photography and even less for editing etc. So, just a quick selection of images taken during my first week here.

Ungewöhnlich

Vor ein paar Tagen führte es mich wieder einmal an diverse Wasserflächen des unteren Murtals, wo ich mich von der eindrucksvollen Winterflucht, die in der Vogelwelt durch die ergiebigen Schneefälle hervorgerufen wurde, überzeugen konnte.
In der tief verschneiten Landschaft und an den teilweise gefrorenen Gewässern konnte ich viele Wintergäste wie Merlin und Raubwürger, zahlreiche Möwen, sowie riesige Tauchenten- und Blässhuhntrupps (darunter drei Moorenten in Lebring) beobachten. In Gralla, wo weiterhin der Hybrid Moor- x Tafelente anwesend ist, überraschten mich drei Brandgänse, die im Flachwasser unter Höckerschwänen und vier Gänsesägern nach Nahrung suchten. Auch das “intersexuelle” Stockenten-Weibchen, das ich seit 2006 fotografiere, ist wieder da (siehe Foto bzw. vgl. mit ‘Vogel 2′ in diesem Eintrag).

Ein mir bislang vollkommen unbekanntes Verhalten zeigte ein Gänsesäger-Männchen, nachdem der “Geflügelzoo” um die Beobachtungshütte von Besuchern mit Brot gefüttert worden war. Es löste sich von der Gruppe, die weit draußen am See schwamm und steuerte zielstrebig die zahme Enten- und Blässhühner-Masse an, wo noch Gerangel um die letzten Brotstücke herrschte. Der Gänsesäger nahm prompt, so wie die anwesenden Lach- und Sturmmöwen es fliegend taten, schwimmend die Verfolgung von Wasservögeln in Brot-Besitz auf. Das ungewöhnliche Interesse des reinen Fischfressers an ihrem trockenen Brot brachte Stockenten und Blässhühner so in Verlegenheit, dass sie einer nach dem anderen, fliegend das Weite suchten. Ich konnte kein einziges Mal beobachten, dass der Säger auch tatsächlich Brot erbeutete und es fraß – solange aber andere Vögel damit im Schnabel unterwegs waren, verfolgte er diese bis sie abflogen.

Es ist bekannt, dass sich Gänsesäger gegenseitig erbeutete Fische abjagen, im Handbuch der Vögel Mitteleuropas wird sogar eine Beobachtung zitiert, in der ein überfliegender Gänsesäger sich auf das Wasser stürzte um einer Sturmmöwe eine tote Felche abzujagen. Auch, dass sich Gänsesäger unter harten Wetterbedingungen mit Brot füttern lassen, wurde gelegentlich beschrieben. Eine Mitteilung in der aktuellen Ausgabe von “British Birds” (Vol. 102: 279) führte zum Bekanntwerden mehrerer derartiger Beobachtungen aus Deutschland, der Schweiz und Großbritannien. Teilweise wurden Gänsesäger an Futterstellen so zutraulich, dass sie von Hand gefangen und beringt werden konnten.

Jahreswende in der Südsteiermark: Zwergscharben und mehr

Während der letzten Tage des vergangenen und der ersten Tage des neuen Jahres  konnte ich einige Male, teils mit Matthias Weißensteiner, die vogelreichen Wasserflächen (besonders) des unteren Murtales besuchen.

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“Intersexuelle” Stockenten in der Südsteiermark / Intersex Mallards

Erstmals 2002 fiel mir in Graz eine Stockente auf, die Ähnlichkeiten mit einem mausernden Erpel hatte, sich aber bei genauerem Hinsehen doch klar unterschied. Anfänglich stufte ich den Vogel als Hybriden (z.B. Schnatter- x Stockente) ein. Nach Recherche wurden aber die deutlich weiblichen Merkmale, insbesondere der typisch weiblich gefärbte, orange-schwarze Schnabel und intermediäre Gefiedermerkmale auffälliger und ich verwarf die Idee des Hybriden und sprach den Vogel vorsichtig als eine Art “Zwitter” an.
Seither entdeckte ich zumindest vier verschiedene solcher, ähnlicher Vögel an vier Stellen im Umkreis von 30 km. Die einzelnen Individuen können auch in verschiedenen Mauserstadien gut anhand der unterschiedlichen Schnabelmuster unterschieden werden.

Durch Literaturstudium wurde ich auf die Möglichkeit “intersexueller” Stockenten aufmerksam. Bisher wurde scheinbar erst ein solcher Fall besser untersucht. Im dort beschriebenen Fall entwickelte ein vorerst “normales” Stockenten-Weibchen einer in Gefangenschaft aufgezogenen Brut zunehmend männliche Gefiedermerkmale. Nach dem Tod des Vogels zeigte die Sektion des Tiers einen Tumorbefall am linken Eierstock und an Teilen des Eileiters. Die zunehmende, rein äußerliche  “Geschlechtsveränderung” ist also wohl auf eine hormonelle Störung zurückzuführen. Der beschriebene Vogel wurde über 14 Jahre lang beobachtet und zeigte schlussendlich sogar einen männlich gefärbten Schnabel.
(Post J.N.J. & E.J.O. Kompanje: Uitwendige geslachtsverandering bij vrouwtje Wilde Eend. Dutch Birding 14 (4): 131-134, 1992)

Solche Vögel tauchen (zunehmend?) regelmäßig in Mitteleuropa und schlussendlich in Internetforen auf und führen immer wieder zu Verwirrung, da dieser Typus in der gängigen Bestimmungsliteratur nicht beschrieben wird. In der unteren Galerie sind Fotos von zumindest vier südsteirischen “intersexuellen” Stockenten aus vier Jahren zu sehen (Zeitraum 2005-2009). Eine zunehmende Entwicklung männlicher Merkmale konnte ich nur beim am längsten beobachteten Vogel 2 (2006-2009) in Gralla feststellen. Die Veränderungen beschränken sich aber, wohl wegen des vergleichsweise kurzen Beobachtungszeitraums, auf die zunehmende Grünfärbung des Kopfes (vgl. Vogel 2, 26.10.2006 und 1.11.2009). Da der zeitliche Mauserverlauf der Stockenten individuell unterschiedlich sein kann, kann ein Einfluss der Postnuptialmauser auf dieses unterschiedliche Erscheinungsbild leider nicht ganz ausgeschlossen werden.

Eine schöne Foto-Sammlung solcher Stockenten zeigt auch H.J. Lehto auf seiner Website.

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