Pelagen-Jackpot auf dem Weg nach Teneriffa

Nach einer beobachtungsreichen Woche auf der Kanareninsel La Palma setzten wir am Mittwoch vor Sonnenaufgang mit der Fähre nach Teneriffa über.  Die siebenstündige Überfahrt wollte ich zum Seawatching nutzen, die Kanaren führen ja eine ganze Reihe an Seevögeln auf ihrer Liste der Brutvogelarten. Zwar versprachen die vielen Reiseberichte anderer Beobachter nicht das Beste, was Seevogel-Beobachtung im Februar betrifft, aber ich wollte nichts unversucht lassen.
Sobald das Licht ausreichte, suchte ich den Horizont ab – fand aber tatsächlich nichts. Nicht einmal die recht häufigen Gelbschnabel-Sturmtaucher ließen sich blicken. Auch die Umstände, starker Wind, Nieselregen und Wellengang, waren alles andere als vorteilhaft, weshalb ich mich bald damit begnügte, das riesige, verlassene Deck der 120 Meter-Fähre, nach etwaigen „notgelandeten“ Vögeln abzusuchen. Die Arbeit hatte mir aber schon einer der Deckarbeiter abgenommen, der mich bei über einen kleinen „Pájaro“ informierte, den er kurz nach dem Ablegen auf Deck eingesammelt hatte. Ich staunte nicht schlecht, als er mir wenige Minuten später in einem aufgeschnittenen Wasserkanister die mögliche Topart dieser Reise brachte: Eine Weißgesicht-Sturmschwalbe Pelagodroma marina, laut Clarke (2008) mit nur 26-30 Brutpaaren einer der seltensten Brutvögel der Canarias.
Zwar machte der Vogel anfänglich einen sehr schlechten Eindruck, er erholte sich aber im Lauf der Fahrt und wir konnten ihn am Nachmittag im Hafen von Santa Cruz de Tenerife wieder freilassen, wo er uns beim Abfliegen das typische „Gummiball-Flugbild“ zeigte.

Literatur: Clarke, T. (2008): Field Guide to the Birds of the Atlantic Islands: Canary Islands, Madeira, Azores, Cape Verde. Helm field guides.

2 Kommentare

  1. LH Khil,schön, dass Sie von Ihrer Reise auf den Kanarischen Inseln berichten. Von einer Weißgesicht-Sturmschwalbe hatte ich noch nie gehört, ein hübscher Vogel. – Freuen Sie sich, dass Sie jetzt nicht auf der Hamburger Hallig sind. Wir haben in Nordfriesland viel Nebel, Regen und Sturm und auf den Halligen Landunter.A.K.

  2. Schön, dass man Sie von Ihrer Reise auf den Kanarischen Inseln berichten. Von einer Weißgesicht-Sturmschwalbe hatte ich noch nie gehört, ein hübscher Vogel. – Freuen Sie sich, dass Sie jetzt nicht auf der Hamburger Hallig sind. Wir haben in Nordfriesland viel Nebel, Regen und Sturm und auf den Halligen Landunter.A.K.

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